Katzen waren meine Welt. Mit denen war ich aufgewachsen, die kannte ich und liebte ihre Unabhängigkeit. Und entsprechend war ich Hunden gegenüber eher skeptisch. Das hat auch eine WG nicht geändert, in der ein Schäferhund, eine Katze und ein Papagei der Größe nach wie die Bremer Stadtmusikanten friedlich aufeinanderhockten.
Und dann geschah es: eines Morgens – das Tor war offen und mehrere Handwerker waren im Garten beschäftigt – stand ein sehr schöner großer Hund vor mir und schaute mich an. Der Hausbesitzer bat mich, mit ihm Deutsch zu sprechen, da er sicher von einer deutschen Nachbarin fortgelaufen sei, und ich wusste gar nicht, was sagen. Was sagt man denn zu einem Hund? Platz, Sitz, schönes Tier!? Ihm war es egal. Er blieb bei uns und im Laufe des Tages begeisterte er die ganze heimkehrende Familie – immerhin acht Personen.
Wir wollten sowieso einen oder zwei Hunde haben und da dieser sich ja ganz offensichtlich uns ausgesucht hatte, nicht umgekehrt, war die Lage klar. Der deutschen Nachbarin, die übrigens Holländerin war, gehörte er nicht, auch keinem anderen. Wir fuhren noch am selben Abend zum Tierarzt, ob er einen Chip hatte, denn natürlich wollten wir das Tier nicht entführen. Hatte er nicht. Wir atmeten aus. Ihn ins Auto und in die Tierklinik zu bekomme, war allerdings stressig. Dem Tierarzt blieb er gram, aber ins Auto springt er inzwischen gerne und mit einer Gewandheit, als würde er gerne auch mal fahren.













