Berlin Arbeit und Wirtschaft Allgemein BERLIN: Deutschland will Spitzenleute aus Schweiz zurücklocken

BERLIN: Deutschland will Spitzenleute aus Schweiz zurücklocken

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Dass viele gut ausgebildete Deutsche in die Schweiz auswandern, macht dem deutschen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle Sorgen. Er will Gegensteuer geben. Sein Land verliere wegen der Auswanderung Fachkräfte, Wissenschafter und andere Topleute», führte Brüderle in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» aus. Dauerhafte Auswanderungen müssten im Auge behalten werden, und Gegebenfalls müsse Deutschland auch Gegensteuer geben. Dass Deutsche in die Schweiz umziehen, erklärt er sich mit der «etwas besseren Beschäftigungslage» sowie tieferen Steuern und Sozialabgaben.

In Deutschland müssten deshalb die Rahmenbedingungen verbessert werden. «Hier setzen wir mit unserer Rückholpolitik an». Als Beispiel nannte Brüderle zu starre Strukturen an deutschen Hochschulen, etwa bei der Besoldung.

Mehr Geld für Spitzenleute

«Hochschulen müssen Forscher als Wachstumspole zurückgewinnen, denn sie sind die Vordenker für die Arbeitsplätze von morgen», sagte Brüderle. Deutschland solle sich Spitzenforscher und -wissenschafter etwas kosten lassen. Den Austausch von Talenten über die Grenzen hält der Minister dennoch für sinnvoll.

Die Schweiz sehe er als zentraleuropäische Kernregion, sagte Brüderle und plädierte für einen «vernünftigen, sportlichen Wettbewerb um die besten Leute». Schweizer arbeiteten ja auch in seinem Land, vornehmlich in Führungsfunktionen.

Deutsche an Universitäten

An den Schweizer Hochschulen hatten 2008 37,6 Prozent aller Angestellten keinen Schweizer Pass. Von den wissenschaftlichen Mitarbeitern und Assistenten waren nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) rund die Hälfte Ausländer, nämlich 50,3 Prozent.

Bei den Professoren betrug der Ausländeranteil 45 Prozent. Die meisten ausländischen Hochschul-Angestellten waren Deutsche. Von 1999 bis 2008 stieg der Ausländeranteil beim gesamten unversitären Personal um 9 Prozentpunkte, bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern um 15 und bei den Professoren um knapp 10.

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